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DER BEFEHL
(1967)
Schauspiel in drei
Akten
Die wichtigsten Personen:
Inhalt
Erster Akt:
Franz Mittermayer ist fast sechzig Jahre
alt. Seine Frau Anna, eine Krankenschwester, ist ca. zwanzig Jahre
jünger. Er hat sie vor fünfzehn Jahren kennengelernt, als er wegen
einer Nervenerkrankung einen längeren Spitalsaufenthalt absolvieren
mußte.
Nun erhält Mittermayer eine Vorladung zum
Oberpolizeirat und fürchtet, daß man ihn pensionieren will.
Das ist eigentlich auch die Absicht des Oberpolizeirats. Aber es kommt anders:
Der Oberpolizeirat bekommt vom Sektionschef den Auftrag, einen durch und
durch anständigen, aufrechten und über jeden Verdacht erhabenen
Polizeibeamten ausfindig zu machen, der einen Spezialauftrag übernehmen
kann.
Der holländische Bankdirektor Jan de
Goede hat die Wiener Polizei ersucht, Nachforschungen über jenen
Feldpolizisten anzustellen, der am 12. November 1942 seine 16jährige
Tochter Ansje bei einer Razzia in der Prinsengracht 119 getötet hat.
De Goede, der damals zusammen mit seiner Tochter im holländischen
Widerstand tätig war, war die Flucht gelungen, seiner Tochter nicht. Er
selbst hat den Beamten nicht gesehen. Aber andere haben ihm später
berichtet, daß er mit Wiener Akzent sprach.
Der Oberpolizeirat erteilt Franz Mittermayer den
Befehl, diese Untersuchung durchzuführen. Herr de Goede
betont, daß er nicht an einer Bestrafung des betreffenden Beamten
interessiert ist. Er möchte nur einmal diesem Menschen gegenüberstehen
und ihm in die Augen schauen. Schon bei de Goedes Schilderung der Ereignisse des
12. November 1942 wird Mittermayer klar, daß er wohl der gesuchte
Feldpolizist war. Er ist wie gelähmt. Als er seiner Frau davon
erzählt, befürchtet sie, daß er sich in etwas hineinsteigern
könnte und daß seine Nervenkrankheit, die als ausgeheilt gilt, wieder
ausbrechen könnte.
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