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Fritz
HOCHWÄLDER (1911-1986)
Fritz Hochwälder war einer der meistgespielten österreichischen Bühnenautoren nach
1945. Viele seiner Werke wurden am Wiener Burgtheater uraufgeführt.
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Fritz HOCHWÄLDER
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HOCHWÄLDER wurde 1911 in Wien als
Sohn eines Tapezierermeisters geboren. Nach dem Besuch des
Untergymnasiums kam er zu seinem Vater in die Lehre. Seine Bildung
erweiterte er durch den Besuch der Volkshochschule. Seine erste
Tragödie, Jehr wurde 1932 in den Wiener Kammerspielen
uraufgeführt. 1939 flüchtete er in die Schweiz, die er,
über den Rhein schwimmend, von Vorarlberg aus erreichte. In
Zürich traf er 1944 mit Georg KAISER zusammen, der aus Deutschland
geflohen war und sein Schaffen beeinflußte. Er starb 1986 in
Zürich.
HOCHWÄLDER war ein Verteidiger der
klassischen Dramaturgie und legte Wert auf die Wahrung der Einheiten von Zeit,
Raum und Handlung. Da er mehrmals Stoffe aus
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der (Zeit)geschichte aufgriff, kann man etliche
seiner Stücke dem Dokumentartheater zuordnen.
Zu seinen bekanntesten Werken
zählen:
- Das Theaterstück Das heilige
Experiment (1943), das nach dem Krieg ein Welterfolg wurde und
HOCHWÄLDER schlagartig berühmt machte. Das Stück nimmt eine
Mittelstellung zwischen historischer Tragödie und
Problemdrama ein. Den Stoff lieferte der von 1609 bis 1767 in
Paraguay bestehende Jesuitenstaat, der als der sozialste Staat der
Welt Aufsehen erregte, für 170.000 Indios ein ideales Gemeinwesen war und
am 16. Juli 1767 zu bestehen aufhörte.
- Das Zeitstück Der
Flüchtling (1945) behandelt das Thema der moralischen
Scheinheiligkeit, des politischen Opportunismus. Es geht um das
Schicksal eines jungen Franzosen, der zum Arbeitseinsatz während des
Krieges nach Deutschland deportiert werden soll. Auf der ‘Flucht
gerät er in das Haus eines Grenzwächters, dessen Frau
sich auf seine Seite stellt und mit dem Fremdling ihren Mann verläßt.
- Meier Helmbrecht (1946) behandelt anhand
einen mittelalterlichen Stoff.
- Der öffentliche Ankläger (1948)
spielt in der Französischen Revolution und ist ein Drama der Anklage
gegen den Terror der Diktatur, der ein dauerndes Töten zur Folge
hat.
- Das Drama Donadieu (1953) basiert auf
der Ballade Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand
MEYER und spielt in der Halle eines Schlosses in Südfrankreich.
Donadieu, dem die Begriffe Ehre, Gerechtigkeit und Ritterlichkeit heilig
sind, hält an ihnen auch fest, als der Mörder seiner Frau ihn um ein
Nachtquartier bittet. Er fügt sich dem Gebot Gottes - „Mein ist die
Rache“ - und verzichtet selbst auf Rache.
- Die Herberge (1955) ist eine dramatische
Legende, die irgendwo im Norden, vielleicht im baltischen Raum
spielt. Diese Herberge ist symbolisch gedacht als ein Ort der Begegnung, den
alle Menschen aufsuchen müssen.
- Das Mysterienspiel Donnerstag (1959)
zeigt die Gefahr der Gleichförmigkeit, den Verlust der menschlichen Individualität.
Das Spiel knüpft formal an das Wiener Volksstück an, während
thematisch der Fauststoff und die Jedermann-Legende Pate gestanden sind.
In den sechziger Jahren wandte sich
HOCHWÄLDER dem politischen Zeitstück zu.
- Der Himbeerpflücker (1965)
beschäftigt sich mit dem alten und dem neu aufkommenden
Rechtsradikalismus in der österreichischen
Provinz.
- Auch das Schauspiel Der Befehl (1967)
leistet einen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. In gewisser
Weise erinnert es an den Öffentlichen
Ankläger.
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